Ein Pub, neu geboren in fünf Tagen.
Als Mikey — der zuvor im Brewhouse Bern gearbeitet hatte, einem anderen Projekt, das ich gestaltet habe — die Gelegenheit bekam, gemeinsam mit seinem Freund Pete einen eigenen Pub zu übernehmen, rief er mich an, um bei der Gestaltung der neuen Identität zu helfen.
Das ehemalige Luna Llena, das während 29 Jahren ein beliebter Treffpunkt im Quartier gewesen war, wurde in den Tipsy Bear Pub & Garden verwandelt — ein entspannter Pub für Drinks, Dart und gute Gesellschaft.
Der Haken?
Wir hatten fünf Tage von der Schliessung bis zur Wiedereröffnung.
Mit einem kleinen Budget und der Unterstützung von Freunden aus dem Umfeld wurde der Raum gestrichen, umgebaut und neu gestaltet — und ein in die Jahre gekommenes Lokal praktisch über Nacht in einen gemütlichen Pub mit Charakter verwandelt.
Leistungsumfang:

  • Raumanalyse und Konzeptentwicklung
  • Farb-, Material- und Lichtkonzept
  • Optimierung der Raumaufteilung inkl. Dart- und Spielebereich
  • Schreinerkonzept (Barverkleidung, Regale, Wanddetails)
  • Auswahl von Möbeln, Beleuchtung, Pflanzen und Dekoration
  • Finales Styling und Unterstützung bei der Umsetzung vor Ort

Standort:

Bern, Schweiz

Budget:

ca. CHF 5’000 (nur Materialien)

Dauer:

5‑tägige Renovation, Mai–Juni 2025

Vorher

Der Raum wurde während 29 Jahren als Luna Llena betrieben, ein bekannter Treffpunkt im Quartier. Obwohl die Lage im Quartier viele Stammgäste anzog, passte das Interior nicht mehr zur Vision des neuen Pubs.

Die Raumstruktur enthielt zudem drei etwas ungünstige Türöffnungen zum Gang, die die Sitzordnung störten und den Raum fragmentiert wirken liessen.

Aufgrund des sehr kurzen Zeitplans und des begrenzten Budgets mussten die meisten Möbel und bestehenden Elemente erhalten bleiben. Die Herausforderung bestand deshalb darin, die Atmosphäre mit minimalen baulichen Eingriffen komplett zu verändern.

Inspiration

Das Konzept orientiert sich an der warmen Atmosphäre klassischer Pubs, interpretiert auf eine leicht spielerische Weise.

Tiefe Grün- und Blautöne bilden den Hintergrund für natürliche Materialien wie Holz, Tweedstoffe und Schaffelle (in Bärenfell-Optik). Messingleuchten, hängende Pflanzen und humorvolle Kunstwerke bringen Wärme und Persönlichkeit in den Raum.

So entstand ein Ort, der entspannt, leicht eigenwillig und eindeutig pub-typisch wirkt — aber gleichzeitig eine frische Identität besitzt.

Renovation

Die Neugestaltung musste innerhalb von nur fünf Tagen stattfinden — zwischen der Schliessung des Luna Llena und der Eröffnung des Tipsy Bear.
Anstelle professioneller Handwerker setzten Mikey und Pete vor allem auf Freunde und Unterstützung aus dem Umfeld. Die Renovation musste daher praktisch Stunde für Stunde geplant und vor Ort koordiniert werden.
Am ersten Morgen kamen rund ein Dutzend Freunde vorbei, um alle Möbel aus demRaum zu tragen. Nachdem der Raum leer war, erklärte ich das Farbkonzept und den Malplan, bevor alle gemeinsam mit der Umgestaltung begannen.
Ein grosser Teil der Arbeiten war sehr hands-on. Mikey baute die Schreinerarbeiten — darunter Wandverkleidungen und die Verkleidung der Bar —während ein befreundeter Elektriker die neuen Lampen installierte.
Zwei der drei ungünstigen Türöffnungen wurden mit offenen Bücherregalen geschlossen, die Mikey gebaut hat. Sie bieten Platz für Spiele und Bücher und schaffen gleichzeitig mehr Raum für Tische. Da die Regale beweglich sind, können sie bei vollem Haus oder für Konzerte einfach entfernt werden.
Die letzte Schicht drehte sich um Atmosphäre: Pflanzen, Kunst und Textilien. Einige Elemente entstanden spontan — darunter Tartan-Kissen, die ich selbst aus Stoff genäht habe, den ich noch zu Hause hatte.

Fünf intensive Tage später öffnete der Pub um 17 Uhr am letzten Tag — während wir noch die letzten Möbel wieder hineintrugen.

Nachher

Heute fühlt sich der Tipsy Bear genau so an, wie er gedacht war: gemütlich, lebendig und voller Charakter.
Mehrschichtige Beleuchtung, natürliche Materialien und spielerische Details schaffen eine warme Pub-Atmosphäre, während Dart, Spiele und Gemeinschaftstische dazu einladen, länger zu bleiben und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Und vielleicht der beste Beweis für den Erfolg: Der Pub war innerhalb weniger Minuten nach der Eröffnung voll — noch bevor ich überhaupt die Gelegenheit hatte, richtige Innenaufnahmen zu machen.